Integriertes Küstenzonenmanagement, IKZM

Die Küstenregionen rücken weltweit immer stärker in das Blickfeld von Planern und Politi­kern. Zunehmende Umwelt- und Nutzungskonflikte in Form von Gewässerverschmut­zungen, -verlusten, Küstenerosionen, Zersiedelung, Arten- und Ressourcenschwund zeigen, dass Küstenregionen mehr Bedeutung zugemessen werden muss. „Integrated Coastal Zone Management“ (Integriertes Küstenzonenmanagement, IKZM) steht für die am Prinzip der Nachhaltigkeit orientierte planerische Entwicklung von Küstenregionen. Der IKZM Strategie der EU-Kommission zufolge sollten Integriertem Küstenzonenmanagement folgende Prinzipien zugrunde liegen:

1. Thematisch wie geographisch umfassende „ganzheitliche" Betrachtungsweise

Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass Küstengebiete durch ein Netzwerk von Wirkungskräften beeinflusst werden, das sich in den vielen nach Nutzungsarten, Umweltmedien und Lage im Raum isolierten Planungen nicht wiederfindet. IKZM soll die Zerstückelung der Ent­scheidungsfindung aufheben und zu einer übergreifenderen Beachtung von Ursachen- und Wirkungszusammen­hängen beitragen.

2. Langfristige Sichtweise

IKZM sollte auf dem Vorsorgeprinzip beruhen. Entscheidungen sollen die Handlungsspiel­räume künftiger Generationen nicht einschränken.

3. Anpassungsfähiges Management im Zuge eines mehrstufigen Prozesses

Der Prozess des IKZM soll über Jahre und Jahrzehnte hinweg entwickelt und weitergeführt werden. Sofortlösungen können für viele Probleme kaum erwartet werden.

4. Widerspiegelung der spezifischen Bedingungen in dem betreffenden Gebiet

Küstenzonenmanagement soll den spezifischen Merkmalen des betreffenden Küstengebietes entsprechen. Das bedeutet unter anderem, dass die entsprechenden Umweltdaten ortspezifisch erhoben werden.

5. Beachtung natürlicher Prozesse

Küstengebiete unterliegen einer natürlichen Dynamik, die nicht gering geschätzt werden darf. Gerade an der Küste weiß man, dass es immer wieder unvorhersehbare Entwicklungen, beispielsweise Überschwemmungen, gibt und dass die vorsorgende Berücksichtigung solcher Ereignisse in der Planung auf lange Sicht wirtschaftlicher ist als deren Missachtung.

6. Partizipatorische Planung

Die Erwartungen aller beteiligten Akteure (bspw. Hotelliers, Touristen und Fischer) sollen in Planungsprozesse einfließen. Das Konfliktpotenzial wird damit abgebaut und das vor Ort vorhandene Wissen wird genutzt.

7. Einbeziehung sämtlicher Behörden und Träger öffentlicher Belange

Hierbei spielt erneut die ganzheitliche Betrachtung eine Rolle. Die Konzepte, Programme und Pläne aller Behörden und Träger öffentlicher Belange, sei es zu Fragen der Flächennutzung, der Energie, des Fremden­ver­kehrs, der Regionalentwicklung  sollen zusammengeführt werden.

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