Coastal Energy Management

 


 

 

 

Küstenregionen sind weltweit im rapiden Veränderungsprozess begriffen. Auch in den deutschen Küstenländern treten traditionelle Nutzungsformen der Landwirtschaft und Fischerei wirtschaftlich in den Hintergrund und neue Nutzungsarten etablieren sich. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung regenerativer Energieerzeugung gerät insbesondere an der Küste der Reichtum des regenerativen Energieangebots ins Blickfeld. Seit etwa 15 Jahren erlebt die Windenergienutzung an der deutschen Küste ein stürmisches Wachstum. Für die nächsten Jahre deutet sich eine Vervielfachung der Windenergieausbeute durch Offshore-Windparks an.

Eine andere küstenspezifische Form der regenerativen Energieerzeugung, die Gezeitenenergie, legt derzeit ihren Experimentalcharakter ab und etabliert sich an europäischen Küsten. Vorgelagerte Küstenorte erlauben aufgrund der besonderen meteorologischen Verhältnisse eine regional herausragende Solarenergieausbeute. Mit Pellworm wird eine erste deutsche Insel energieautark und verlässt sich vollständig auf einen regenerativen Energiemix aus Windkraft, Solarenergie, Biogaserzeugung und Biodiesel. All diese derzeitigen Entwicklungen sind Grund genug, die küstenbezogene regenerative Energieerzeugung einmal ins Blickfeld zu rücken und Fragestellungen nach den Folgen für Umwelt und  räumliche Entwicklung nachzugehen.

Wird sich der explosive Wachstumstrend der Windenergie auf neuere regenerative Energieerzeugungsarten übertragen lassen? Welche räumlichen Entwicklungstrends sind zu erwarten und werden sich die Strukturveränderungen an der Küste von umfassenden Umweltverträglichkeitsüberlegungen leiten lassen? Dies sind Themen des
„Coastal Energy Management“.  „Coastal Energy Management“ als ein inhaltlich und begrifflich neu konzipierter Ansatz basiert einerseits auf dem „Integrated Coastal Zone Management“, andererseits aber auch den Anschluss an das an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten orientierte Energiemanagement (Beck/Brandt/ Salander 2000). Deutschland mit seiner hohen Dichte regenerativer Energieerzeugung an der Küste und seinem hohen Anspruchsniveau im Natur- und Umweltschutz bietet gute Voraussetzungen für die Entwicklung eines international relevanten Coastal Energy Managements.

Am 5./6. September 2002 fand aus diesem Anlass der Workshop "Coastal Energy Management - ökologisch nachhaltige Integration regenerativer Energieerzeugung an der Küste" an der Universität Lüneburg statt.