|
|
Herstellung und Verwendung
Biodiesel ist ein
Kraftstoff, der aus einem nachwachsenden Rohstoff, dem Raps, gewonnen wird. Die
Verwendung von Biodiesel dient damit der Klimagasreduktion. Gegenüber herkömmlichem
Diesel ist darüber hinaus der Russanteil bei der Verbrennung um die Hälfte
vermindert und auch der Anteil weiterer Partikel ist geringer. Biodiesel hat
z.Z. zwar noch einen spezifischen Geruch, doch der geringe Anteil an Schwefel im
Biodiesel ermöglicht den Einsatz von Oxidationskatalysatoren, die diesen
typischen Biodiesel-Geruch erheblich vermindern können. Biodiesel entsteht
durch Umesterung des im Rapsöl enthaltenen Fettsäure-Ester. Das Resultat ist
ein Gemisch aus einzelnen Fettsäuren, Methylester und Glycerin. Der Kraftstoff
ist demnach ein Fettsäure-Methylester, der auch unter den Bezeichnungen RME
(Rapsmethylester) bekannt ist. Die neue E DIN 51606 führt die Bezeichnung
FAME (Fatty Acid Methyl Ester) für den Biodiesel.
Die
Rohstoffgrundlage für die Herstellung von Biodiesel, der Raps, ist ein
landwirtschaftlich produziertes Produkt, was sich sowohl ökonomisch, als auch
ökologisch günstig bilanzieren lässt. Der Rapsanbau zur industriellen
Weiterverarbeitung lohnt sich auch auf sonst brachliegenden Landwirtschaftsflächen.
1999 wurden in Deutschland auf 740.000 ha Landwirtschaftsfläche nachwachsende
Industriepflanzen angebaut. Hauptanbaugebiet des Rapses in Deutschland ist
Schleswig-Holstein, da hier die für den Rapswuchs notwendigen natürlichen
Standortverhältnisse vorherrschen. Raps benötigt luftfeuchte Lagen, wie sie
vor allem in den Küstenregionen vorhanden sind. Unter diesem Gesichtspunkt ist
auch Biodiesel eine Form der „Küstenenergie“. Besonders günstige humus-,
kalk-, wasser- und nährstoffhaltige Böden befinden sich größtenteils im Raum
Nordoldenburg-Fehmarn.
Biodieselkraftstoff
wird auf dem Markt der steigenden Kraftstoffpreise zunehmend wettbewerbsfähiger.
Die regionale Rohstoffproduktion und die langfristig sichergestellte
Absatzperspektive sind günstige Ausgangsbedingungen für einen weiteren Ausbau.
An den ca. 900 öffentlichen Tankstellen wird der bis zu 20 Pfennig günstigere
Biodiesel mit wachsendem Interesse nachgefragt. Es zeichnet sich ab, dass ein
Management des Energieträgers Raps erforderlich ist, um Absatz- und
Anbauperspektiven für die Zukunft ausreichend zu stabilisieren. Die
Fahrzeugindustrie stellt sich zunehmend auf biodieselverwertende Motoren ein.
Ein Beispiel ist die Volkswagen AG, die praktisch alle ihre Dieselmodelle auch für
den Biodieselbetrieb freigegeben hat. Andere Hersteller warten noch ab, ob das
wachsende Interesse seitens der Verbraucher, insbesondere der land- und
forstwirtschaftlichen Betriebe, langfristig Bestand hat.
Umweltwirkungen
Neben der ökologisch, insbesondere globalklimatisch positiven Aspekte der
regenerativen Energieform Biodiesel sollten auch weitere Umweltwirkungen des
zunehmenden Rapsanbaus beachtet werden. Raps wird im allgemeinen industriell
angebaut, wobei Kriterien ökologischer Landwirtschaft oder partieller Flächenextensivierung
kaum eine Rolle spielen. Die von der EU
gesetzten Rahmenbedingungen für den Anbau nachwachsender Rohstoffe kollidieren
sogar regelrecht mit den Zielen einer Ökologisierung der Landwirtschaft. Nach
den seit 1992 gültigen Regelungen sind bspw. die größeren
landwirtschaftlichen Betriebe dazu gezwungen, einen Teil ihrer Ackerflächen für
fünf Jahre in Rotations- oder Dauerbrachen zu verwandeln, was einer unter ökologischen
Gesichtspunkten wünschenswerten Extensivierung dienlich wäre. Die von der EU
geförderte Ausnahmeregelung des Anbaus regenerativer Rohstoffe wie Raps sowie Phacelia-
Gras- oder Kleegraseinsaaten auf Stilllegungsflächen heizt nun allerdings den
Kreislauf intensivster Flächennutzung erneut an. Die Nettoflächenberechnung
als Grundlage von Flächenprämien der EU führt darüber hinaus auf
„Stillegungsflächen“ zu einem sehr nahen Heranwirtschaften an naturnahe
Landschaftsteile wie Knicks und Feldteiche.
Obwohl die EU in der Agenda 2000 ökologische
Ziele sehr hoch bewertet, sind die Auswirkungen des intensivierten Anbaus
nachwachsender Rohstoffe auf die Tier- und Pflanzenwelt insofern nicht zwangsläufig
positiv. Nach derzeitigem Wissen handelt es sich hierbei allerdings um überwiegend
organisatorische Missstände und weniger um originär mit dem Rohstoff verknüpfte
Zusammenhänge.
zurück
|