Photovoltaik

Sonneneinstrahlung kann von Solarzellen in elektrische Energie umgewandelt oder aber durch Sonnenkollektoren in Warmwasser umgesetzt werden. Voraussetzung für eine effiziente Energiegewinnung sind die lokalen Einstrahlungsverhältnisse. Diese ist den Solarkarten des Deutschen Wetterdienstes zu entnehmen. So zeigt die Abbildung 1 die mittleren Jahressummen der Globalstrahlung an den Deutschen Küsten, anhand derer eine erste grobe Abschätzung des Solarenergieangebotes erfolgen kann. Sonneneinstrahlung als Voraussetzung der Solarnutzung mittels Photovoltaik oder Solarkollektoren verteilt sich ungleich über Deutschland. Während große Teile Bayerns und Baden-Württembergs mittlere Jahressummen der Globalstrahlung bei 1100 kWh/m2 und darüber verzeichnen können, erreicht der überwiegende Teil Norddeutschlands nur Werte zwischen 925 und 975 kWh/m2. Auch in dieser Hinsicht fallen allerdings die Küstengebiete durch ein besonderes Potenzial aus dem Rahmen. So zeigt die Karte des DWD in einem breiten Streifen entlang der Ostseeküste sowie auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln mittlere Jahressummen der Globalstrahlung > 1000 kWh/m2, wie sie sonst nur in sehr viel südlicheren Regionen verzeichnet werden. Dies erklärt sich aus den Luftmassen, die sich vom Meer in Richtung Festland bewegen und durch das Relief des Festlands abgebremst werden. Nachfolgende Luftpakete müssen wie an einem Gebirge in die Höhe aufsteigen und kühlen sich in der Folge ab und kondensieren. Die Inseln liegen dann in der Sonne, während sich über dem Festland dichte Wolken entwickeln. Der Küstenbereich Mecklenburg-Vorpommerns und die Insel Fehmarn verdanken ihre hohe Solarstrahlung dagegen der Leelage hinter dem Festland Schleswig-Holsteins. Die untere Atmosphäre ist dadurch im Mittel weniger feucht und somit durchlässiger für die energieintensive UV-Strahlung.

Die vorteilhaften Einstrahlungsverhältnisse der Küstenlage werden heute bereits auf der Insel Pellworm genutzt, wo mit 450 Megawatt Deutschlands größtes Photovoltaikfeld steht. 

 

 

 

Abb.1: Mittlere Jahressummen der Globalstrahlung an der deutschen Küste in kWh/m2 (eigene Darstellung; Datenquelle: DWD)


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