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Das Meer formt mit seinen Strömungen, Gezeiten und Wellenbewegungen die Küste. Die dabei wirkenden Kräfte können auch zur Energieerzeugung dienen. Eine von der Gezeitenenergie völlig unterschiedliche Form der Meeresenergie ist die Wellenenergie. Wellen haben unterschiedliche Ursachen, man unterscheidet v.a. Schwerewellen und Tidewellen. Während die Tidewellen durch denn Flut/Ebbestrom entstehen, werden Schwerewellen durch die Bewegungsenergie der überlagernden Luftmassen auf der Wasseroberfläche erzeugt. Die Nutzung dieser Wellenenergie kann somit als eine indirekte Nutzung der Windenergie angesehen werden. Zur Nutzung der Wellenenergie bedarf es eines Wellenenergiewandlers (-konverters), welcher die mechanische Energie einem elektrischen Generator zuführt. Von den vielen heute im Erprobungsstadium befindlichen Konvertern hat noch keiner die Marktreife erreicht. In Zukunft könnte Wellenenergie jedoch aufgrund ihrer ubiquitären Einsatzmöglichkeiten einmal große Bedeutung in der Ergänzung der Offshore-Windenergieerzeugung erlangen. Vor allem in Schweden und in Dänemark werden Ansätze für Systeme einer kostengünstigen Stromerzeugung aus Wellenenergie in Nord- und Ostsee entwickelt. Bei der Untersuchung der deutschen
Küstenregionen auf die Möglichkeit durch Meeresbewegungen verursachte Energie
auszunutzen sind weitreichende Analysen notwendig. Die Küstenstreifen haben
unterschiedliche topographische, geologische und geomorphologische
Eigenschaften, die zum einen die Küsten charakterisieren und zum anderen
differenzierte Prozesse in der Bewegung und Entwicklung der Küstenränder, Dünen
und Riffe hervorrufen. Der wichtigste Einflussfaktor ist das Meer, das mit
seinen Strömungen, Gezeiten und Wellenbewegungen die Küstenbereich überformt.
Diese Energie zu nutzen und in wirtschaftlich vertretbaren Anwendungsbereichen
zu bündeln ist ein weiterer Schritt zur Nutzbarmachung regenerativer
Energieformen. Die Verarbeitung der Wellenenergie
steht immer im Spannungsfeld von ökonomisch sinnvollen und ökologisch
schonenden Lösungen. Die schon angesprochenen Besonderheiten der Küstenzonen
werden durch die differenzierten Welleneigenschaften an den entsprechenden
Einsatzorten, in bezug auf die Machbarkeit von Wellenenergiekraftwerken
kennzeichnet. So werden die Wellenbewegungen in Nord- und Ostsee gegenüber den
atlantischen Meereseigenschaften schlechter bewertet. Trotz allem gibt es
Ansätze, vor allem in Schweden und Dänemark, Systeme zur preiswerten
Stromerzeugung in Nord- und Ostsee zu entwickeln. Gezeitenströmungen, Wassertiefen,
Windverhältnisse und die daraus resultierenden Wellenbewegungen sind in ihren
Eigenschaften und Wirkungen nord- und ostseespezifisch zu untersuchen und zu
bewerten. Die Nordsee steht unter dem Einfluss des Atlantiks und wird
dementsprechend von den Gezeitenwellen aus diesem Bereich geprägt.
Unterschiedliche Wassertiefen und Küstenverengungen verstärken oder schwächen
die Wirkung solcher energiegeladener Bewegungen. Windstärken und -richtungen
haben ein große Bedeutung bezüglich der Wasserstandseckwerte. So wirken
ablandige Winde dämpfend und auflandige Winde verstärkend bezüglich der
Hochwasserstände. Die Dünung in der Nordsee stellt einen nutzbaren Faktor dar,
weil aus nordwestlicher Richtung kommend, die Wirkung nahezu unverfälscht
verwertet werden kann. Diese Umwelteinflüsse prägen aufgrund ihrer Wirkungen
sehr stark die Küstenentwicklung, vor allem die dem Festland vorgelagerten
Inseln. Somit wäre eine Verbindung der Wellenenergienutzung mit dem
Küstenschutz nicht nur eine nützliche Maßnahme, sondern würde zugleich die
Kosten sowohl für den Küstenschutz als auch für die Kraftwerke bündeln und
eingrenzen. In der Ostsee herrschen etwas andere Bedingungen, die die
Wellenenergiekraftwerke in ihrer Anwendung unter anderen Gesichtspunkten
darstellen. Zum einen spielen die Gezeiten keine verwertbare Rolle, zum anderen
kommen durch steil abfallende Unterwasserreliefs andere Wellenbewegungen zum
Tragen. Die Windbeeinflussung zeigt sich dahingehend, dass nachlassende Winde
die Ostsee in Schwingungen versetzen können. Die größten
Wasserstandsunterschiede werden in Buchten und Meerengen erreicht, was einen
Hinweis auf die Anwendung von verwertbaren Energieressourcen in diesen Regionen
bedeutet. Verlässlich Aussagen über die
Ausnutzung vorhandener Meeresbewegungen lassen sich nur aufgrund von
Statistiken, also auf der Grundlage von Meeresuntersuchungen zu Wellen- und
Windereignissen treffen. An der gesamten deutschen Ostseeküste sollte im Rahmen
dieser Untersuchungen eine koordinierte Datenerfassung aufgebaut werden, die
sowohl neue Messwerte erhebt und auswertet und die partiell schon vorhandenen
Daten, z.B. die des BSH oder der Bundeswehr zusammenstellt. Generell lässt sich über
Wellenenergiewandler sagen, dass ihr Einsatz immer unter den Aspekten der
ökologischen Verträglichkeit und der ökonomischen Realisierbarkeit zu
betrachten ist. Die Küstenregionen sind den Meeresbewegungen am meisten
ausgesetzt haben aber auch die vielfältigsten Landschaftsräume und
Artenvielfalt. Werden in einigen Regionen Küstenschutzmaßnahmen angewendet so
stellt sich immer die Frage, ob nicht genau die Komponenten des
Gefahrenpotentials für die Energieerzeugung genutzt werden können. An den
deutschen Küsten ist die Ausprägung von Wellenbewegung zwar für die
Küstenregion gefährdend, stellt sich aber andererseits nicht so
energieeffizient dar, um Wandlersystem zur Stromerzeugung einsetzen zu können.
Dass heißt die bisher entwickelten Systeme sind für die Anwendung in deutschen
Seegewässern nicht geeignet. Die bereits erwähnte Verbindung von Küstenschutz
und Wellenenergiewandlersystemen wäre grundsätzlich möglich und aufgrund der
ökonomischen Leistungsfähigkeit auch sinnvoll, da großtechnische Anlagen nicht
realisierbar sind. Wellenenergiewandlersysteme mit Hafenmolen und
Wellenbrechern zu kombinieren stellt eine der Möglichkeiten an den deutschen Küsten
dar, die Nutzung von meist windabhängiger Energie zu ermöglichen. Die
Auslastung einer solchen Einrichtung lässt sich aber schwer vorhersagen, da die
Lastenverteilung aufgrund unsteter Winde sehr unregelmäßig sein wird. Die
Spitzenauslastungsversorgung oder die unterstützende Einspeisung zu bestehenden
Stromlieferanten stellen für Wellenenergiewandler das größte Potential dar. Regenerative Energieformen werden
für die Energieversorgung von kleinen Gemeinden oder Inselkommunen als
Vollversorgungssysteme angedacht. Sie sollen sowohl den Grundbedarf an Strom
als auch die Abschnitte höherer Netzbelastung erfüllen. Das Modellprojekt
Pellworm stellt einen solchen Versuch dar. Die Wirtschaftlichkeit der
Wellenwandlersysteme lässt sich nur anhand von Subventionen gewährleisten, die
angelehnt an die Windenergieförderung gestaltet werden sollten. Die gesetzliche
Regelung der Einspeisungsverordnung stellt einen wichtigen Orientierungspunkt
der Definition von Strom aus Wellenkraft als regenerativem Energieträger dar. Tangierende Faktoren der Umsetzung
von Wellenenergiewandlern sind Umweltverträglichkeit, Einschränkung der
Seeschifffahrt und die touristische Nutzung der Küstenregionen. Wie bei fast
allen alternativen Energieträgern, werden auch bei Wellenenergiewandlern
Untersuchungen der Beeinflussung der Umwelt notwendig, da gerade dieser Sektor
zur Einschätzung weder auf Langzeitstudien, noch auf repräsentative
Beispielprojekte zurückgreifen kann. Der Einfluss auf die Tourismusindustrie,
die gerade an der Nord- und Ostseeküste eines der Standbeine lokaler Ökonomien
darstellt, ist ein wichtiger Umstand. Prognosen darüber, ob sich solch ein
Wellenenergiewandlersystem vor der Küste geschäftsschädigend, oder als
Attraktion geschäftsfördernd darstellt sollen an dieser Stelle nicht spekuliert
werden. Der Einsatz für umweltverträgliche Energieformen und die darausfolgende
Beeinflussung der Umwelt stellen ein interessantes und notwendiges
Forschungsfeld dar. Welche Einsatzgebiete an der
deutschen Nord- und Ostseeküste wären nun trotz aller Abwägungen denkbar? Die Wellenhöhe und die Dünung spielen in den deutschen
Regionen keine energetisch verwertbare Rolle. Wie schon erwähnt lassen sich
internationale Projekte nicht übertragen und müssen deshalb modifiziert und
angepasst werden. An den Inseln der Nordsee, als dem Festland vorgelagerte
„Bollwerk“ treten ständig Erosionserscheinungen auf, denen derzeit mit Hilfe
von Sandvorspülungen begegnet wird. Werden aber jetzt an Stelle der
kostspieligen und aufwendigen Reparaturmaßnahmen der Küstenbereiche
Wellenbrecher (mit eingebauter Turbine) verwendet, kann neben dem Effekt der
Strömungsreduktion auch noch die Energie aus den auftreffenden Wellen gewonnen
werden. Der Sandtransport würde gemindert und weitere Schutzmaßnahmen würden überflüssig
werden. Gerade im Bereich Norderney und Sylt wären sowohl die
Tiefenverhältnisse, als auch die Wellenbewegungen entsprechend geeignet.
An der Ostseeküste sind eigentlich
nur die Hafeneinfahrten als potentielle Kraftwerksorte denkbar. Die deutsche Ostseeküste
ist mit den vorhanden Küstenschutzmaßnahmen ausreichend ausgestattet. Die
Kombination aus Hafenmole und Wellenenergiewandler weist sowohl auf geringe
Umweltauswirkungen als auch auf die gewünschte Reduzierung der Wellenhöhe hin.
Eine
Kurzdarstellung des dänischen Wellenenergieprogramms findet sich hier. zurück
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